Ballett von Goyo Montero
Staatstheater Nürnberg 2011/12
Bühne _ Verena Hemmerlein, Goyo Montero
Kostüme _ Angelo Alberto, Goyo Montero
Fotos _ Prof.Dieter Leistner, Jesus Vallinas












Pressestimmen
Nussknacker – Staatstheater Nürnberg
Nürnberger Nachrichten – „Claras Wandlung zur Frau“
12.Dezember 2011
NÜRNBERG – Eine Klassiker-Deutung voller poetischer Kraft und kreativer Fantasie: Mit Peter Tschaikowskys „Der Nussknacker“ landete das Nürnberger Ballett einen Riesenerfolg. Goyo Monteros Neueinrichtung erntete lang anhaltenden Beifall im Opernhaus.
Dem Spanier gelang nicht weniger als ein Gesamtkunstwerk aus Farben, Formationen, Stoffen, Musik und Bühnentechnik, verbunden mit einer stringenten psychologischen Durchdringung des Sujets.
Es ist schon eine Kunst für sich, dem meistgetanzten Weihnachtsmärchen noch ungeahnte Facetten abzugewinnen. Aber die Virtuosität, mit der es Nürnbergs Ballettchef gelingt, verblüfft noch mehr. Unmittelbar mit dem Prolog entwickelt sich eine atemlos verwirbelte Geschichte, in der nicht eine Sekunde ungenutzt und unbewegt bleibt. Montero findet, auch beim Rückgriff auf seine geliebten Schattenspiele oder pantomimische Clownereien, eine solche Fülle von Sinnbildern, dass man sich am Ende der Vorstellung in einem wahren Sinnenrausch versetzt fühlt.
Er macht aus dem putzigen „Nussknacker“-Märchen die Geschichte einer Defloration: Clara, die verzogene, rotzfreche Göre aus materiell überreichem, aber emotional eher armseligen Haus, entwickelt sich mit Hilfe des von ihr ziemlich geschundenen Nussknackers in eine junge Dame, die ihre eigene Fraulichkeit entdeckt. Marina Migúelez stattet die zentrale Rolle mit changierender Artistik, Ironie, Grazie und jeder Menge Energie aus.
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Alles fließt, alles treibt
Mit zahlreichen Spiegeleffekten, mit variablen Schiebeteilen, mit Riesenvitrinen und jeder Menge hydraulischer Versenkung (Bühne: Verena Hemmerlein) hat Statik überhaupt keine Chance, alles fließt, alles treibt. Eine Spezialität sind Monteros nahtlose Verknüpfungen der Szenerien. Das hat oft floralen Charakter, ohne aber ins rein Dekorative zu kippen.
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Anderswo — wie etwa aktuell in Leipzig — debattiert man unter eminentem Kostendruck wieder einmal über die Streichung der Tanzsparte. Goyo Montero lieferte mit dem „Nussknacker“ nicht nur die Krönung seiner bisherigen choreografischen Arbeit, sondern auch ein starkes Plädoyer für die absolute, weil faszinierende Berechtigung eines eigenen Ballettensembles.
Jens Voskamp
tanznetz.de – „Der Nussknacker“
19.. Dezember 2011
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Dieter Stoll